Nachdem wir mit unseren Tieren die Wiesen vor der Rückeroberung der Wildnis gerettet haben, sind wir seit 2014 daran, unsere Weinberge wieder zum natürlichen Leben zu erwecken.

Dieser Wachkuss aus dem chemischen Dornröschenschlaf scheint uns langsam zu gelingen. Als konsequenter Gegner des chemischen Pflanzenschutzes habe ich angefangen, die Böden zu entgiften. Dieses Vorgehen hat mich immer an den Rand des Ruins gebracht, doch siehe da, dieser kalte Entzug zeigt heuer den erhofften Erfolg. Während der Apriltrockenheit 2020 war unser bewirtschafteter Boden wunderbar grün und mit einer einzigartigen Artenvielfalt gesegnet. Es sah so aus, als wäre es nie trocken gewesen. Um uns herum fast Wüste und wir eine Oase des blühenden Lebens. Natürlich haben auch nicht unbedingt erwünschte Pflanzenarten an der Lebensexplosion teilnehmen wollen. Doch haben wir die ganz sanft entfernt. Es scheint mir, als würde die Natur sich bei uns bedanken und fange nun an für uns zu arbeiten. Die wachsenden Reben strotzen vor Gesundheit, ihre Triebe wachsen in einem schön gemächlichen Tempo, was sie weniger unter Stress bringt. Ist es nicht auch beim Mensch so? Die neu gewonnene Lebensfreude der Pflanzen macht sie natürlich auch viel stärker gegenüber Krankheiten. Mit dem neu gewonnenen Lebensraum sind natürlich auch viele Nützlinge eingezogen. Alles zusammen erscheint wie ein Bollwerk gegen das Vergängliche.

Damit die Pflanzen auch Ihre benötigte gesunde Nahrung aus dem Boden zu sich nehmen können, haben wir angefangen die Böden mit Milchsäurebakterien zu behandeln.

Diese Mikroorganismen lösen die ach so wichtigen Mineralien im Boden, so dass die Pflanzen ganz natürlich eine gesunde Abwehr gegen Krankheiten aufbauen können. Das Ziel ist, innerhalb von drei Jahren die Pflanzen so zu stärken, dass der Pflanzenschutz nur noch mit aus der Natur gewonnenen Mitteln angewendet werden kann.

Es gibt die Behauptung, dass die höchste Form der Kunst der Weinbau sei. Die Ehrlichkeit des Weinbauers fliesse vom Magen direkt in die Seele des Menschen. Daher ist die Kunst vollkommen und wir dürfen die Magie der Natur so wie sie in Reinkultur besteht in allen Zügen geniessen.

Um dem Ganzen das perfekte Umfeld zu schaffen, haben wir auf dem Hof eine Freilichtbühne gebaut, wo unter anderem das „Anarchie im Weinberg Poetry Slam Festival“ statt findet.

Dieses Festival organisieren wir zusammen mit Sebastian 23, einem der bekanntesten Poetry Slamer des Deutschen Sprachgebietes. Er nimmt jeweils seine Künstlerfreunde mit, die hier bei uns auftreten. Ja nicht nur Poesie, auch klassische Konzerte und Theateraufführungen sind in unserem Kleintheater zu geniessen. Bühnenkunst, gepaart mit unseren Spezialitäten aus Stall, Wiese und Rebberg, dazu das atemberaubende Panorama über dem Walensee und dies begleitet von wunderbaren Künstlern, die Live auf der Bühne Ihre Kunst darbieten. Ein Rausch für alle Sinne.